Warum Erbsen eine Rankhilfe brauchen

Erbsen sind Kletterkünstler, aber keine besonders geschickten: Sie halten sich mit feinen Blattranken fest, die nur dünne Strukturen umgreifen können. Ein dicker Holzpfosten bietet ihnen keinen Halt, ein passendes Rankgerüst für Erbsen dagegen schon. Je nach Sorte werden Markerbsen und Zuckererbsen 60 Zentimeter bis über zwei Meter hoch. Ohne Stütze liegen die Triebe nach dem ersten kräftigen Regen am Boden, die Hülsen faulen, und Schnecken haben leichtes Spiel.

Gut geeignet sind Rankgitter aus Metall mit einer Maschenweite von etwa fünf bis zehn Zentimetern oder ein straff gespanntes Erbsennetz. Entscheidend ist, dass die Ranken überall eine dünne Struktur finden, an der sie sich einhaken können. Die Wahl der Rankhilfe für Erbsen hängt vor allem von der Sortenhöhe ab, und die steht auf der Saatgutpackung.

Die passende Rankhilfe nach Sortenhöhe wählen

Niedrige Sorten bis etwa 80 Zentimeter

Niedrige Erbsensorten kommen mit wenig Stütze aus. Hier reichen oft Bambusstäbe im Abstand von 30 Zentimetern, zwischen die man Schnur oder Netz spannt, oder Reisig, das man zwischen die Reihen steckt. Wer Reisig nimmt, sollte verzweigte, nicht zu dicke Zweige verwenden, die noch Seitentriebe haben. Das ist die günstigste Lösung und für Anfänger gut machbar.

Hohe Sorten über 1,5 Meter

Hohe Sorten wie viele Zuckerschoten und Kapuzinererbsen brauchen eine stabile Konstruktion. Ein Gerüst von 1,8 bis 2 Metern Höhe ist hier sinnvoll. Wichtig ist die Standfestigkeit: Die Pflanzen tragen zur Erntezeit ein erhebliches Gewicht, und der Wind greift in die Blattmasse wie in ein Segel. Pfosten sollten daher mindestens 30 bis 40 Zentimeter tief im Boden stecken oder im Hochbeet fest verschraubt sein.

Rankhilfe im Hochbeet und Frühbeet aufbauen

Im Hochbeet steckt man die Rankhilfe am besten gleich zur Aussaat. Wer sie erst einsetzt, wenn die Pflanzen schon 20 Zentimeter hoch sind, beschädigt leicht Wurzeln und Triebe. Die Erbsen werden in einer Doppelreihe rechts und links der Rankhilfe ausgesät, in einem Abstand von etwa fünf Zentimetern in der Reihe und zwei bis drei Zentimetern Tiefe. So klettern die Pflanzen von beiden Seiten am Gitter hoch, und die Ernte bleibt von beiden Seiten gut erreichbar.

Im Frühbeet sind Erbsen eine dankbare Frühkultur, denn sie keimen schon bei etwa fünf bis zehn Grad Bodentemperatur. Da die Kästen niedrig sind, eignen sich hier kurze Sorten oder ein flach geneigtes Netz, das später gegen das Fenster gestützt wird. Sobald die Pflanzen auswachsen, sollte das Frühbeet gut gelüftet werden, damit sich keine Staunässe bildet. Feuchte, stehende Luft begünstigt Mehltau auf den Blättern.

Wer Erbsen im Topf oder Kasten zieht, nimmt ein kompaktes Rankgitter für Pflanzkästen, das sich seitlich einstecken lässt. Der Kasten sollte mindestens 25 Zentimeter tief sein, da Erbsen ein recht tiefes Wurzelsystem entwickeln.

Erde und Dünger für Erbsen am Rankgerüst

Erbsen sind Leguminosen und binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst Stickstoff aus der Luft. Eine kräftige Stickstoffdüngung ist deshalb überflüssig und sogar schädlich: Die Pflanzen schießen dann in die Höhe, setzen weniger Hülsen an und werden anfälliger für Blattläuse. Frischer, stark gedüngter Mist im Hochbeet ist für Erbsen daher keine gute Wahl. Nach reifem Kompost in dünner Schicht und lockerer Erde gedeihen sie besser. Wer eine Gemüseerde im Hochbeet nutzt, kann auf zusätzlichen Dünger meist ganz verzichten.

Bei der Aussaat lohnt es sich, das Erbsensaatgut vorher kurz einzuweichen. Zwei bis vier Stunden in lauwarmem Wasser genügen, länger nicht, denn sonst kann das Saatgut Schaden nehmen und im Boden faulen. Direkt danach aussäen. Kalte, nasse Böden vermeiden, sonst keimen die Samen schlecht und werden zudem von Vögeln und Mäusen gefunden. Ein darübergelegtes Kulturschutznetz hilft, bis die Keimlinge ein paar Zentimeter hoch sind.

Typische Fehler bei der Rankhilfe für Erbsen

Der häufigste Fehler ist eine zu dicke Stütze. Ein Rundholz mit fünf Zentimetern Durchmesser oder eine glatte Metallstange können die Ranken nicht umschlingen. Die Erbsen hängen dann schlaff am Boden, obwohl direkt daneben eine Stütze steht. Wer das bemerkt, spannt ein Netz oder dünne Schnüre am Pfosten entlang und führt die Triebe vorsichtig dorthin. Fast immer klettern sie danach von selbst weiter.

Der zweite Fehler ist zu spätes Aufstellen. Sobald die Erbsen sich ineinander verheddert haben, lassen sie sich ohne Schaden kaum noch entwirren. Besser ist es, das Gerüst zur Aussaat zu setzen. Ist es dafür zu spät, hilft es, die Triebe einzeln mit weichem Bast oder Gartenschnur locker anzubinden, ohne sie einzuschnüren.

Ein dritter Fehler ist ein zu enges Gitter. Wenn die Maschen unter drei Zentimeter liegen, finden Ranken zwar Halt, aber die Ernte wird mühsam, weil man kaum durch das Geflecht greifen kann. Außerdem wird das Blattwerk dicht, die Luft staut sich, und Mehltau oder Grauschimmel haben leichtes Spiel. Fünf bis zehn Zentimeter Maschenweite sind ein guter Mittelweg.

Schließlich unterschätzen viele das Gewicht und die Windlast. Ein Gerüst, das im April stabil wirkt, kippt im Juni mit voller Pflanzenmasse um. Wer es mit Erdankern, tief eingeschlagenen Pfosten oder einer Verankerung am Hochbeetrand sichert, spart sich Ärger. Nach der Ernte werden die Pflanzen abgeschnitten und die Wurzeln im Boden belassen, weil sie Stickstoff hinterlassen, den die nächste Kultur nutzen kann.